Queer-Springer SSV

Schachsportverein
für Schwule & Lesben

Lichtenberger Sommer 2011 - Blog

Samstag, 20. August 2011

Rückblick 6.-8. Runde

von LeaW • 22:47 • 8. Runde

Runde 6 (Weiß) lief leider nicht so erfreulich. Nach 1. d5 d5 2. c4 spielte mein Gegner 2. ... e5 (Albins Gegengambit). Er hatte sich auf mich vorbereitet und sich das Gegengambit am Tag der Partie extra ein paar Stunden angeguckt. Gemein. Ich überstand trotz 45 Minuten Bedenkzeit für 6 Züge noch nicht mal die Eröffnung, und war danach so fertig, dass ich auch nicht mehr adäquat verteidigte.

Für die Zukunft behalte ich mit Schwarz die Option 2. ... e5 auf jeden Fall im Hinterkopf -- das kann man vielleicht mal einem besseren Gegner aufs Brett dübeln, und mehr als eine halbe Einheit verliert man auch bei korrektem Gegenspiel nicht.

In Runde 7 (Schwarz) hatte ich dazugelernt und bereitete mich meinerseits auf meinen Gegner vor. In der Datenbank war was mit 1. e4 e5 (uninteressant) und eine Partie, in der er 1. d4 zog und dann komisch passiv spielte. Um die Spielstärkedifferenz zu überbrücken, suchte ich mir ein halbwegs aufregendes Motiv dagegen (d5 mit späterem b5, c5) und zog frohgemut in die Partie. Leider kam 1. e4, worauf ich notgedrungen in den gefürchteten Sizilianer ging. Er zog dann aber merkwürdig (Fritz meint, falsch), und ich spielte wohl recht solide -- prima, dann klappen wohl zumindest schon ein paar grundlegenden Motive im Sizilianisch (danke Axel und Holger! ^^). Im Mittelspiel und Endspiel gab ich meinen Vorteil dann mit unkoordiniertem Spiel wieder auf, und er stand am Ende auf Gewinn. Aber dann patzte er und ich rettete mit einem undeckbaren Dauerschach einen halben Punkt. Wie cool ist das denn -- sowas hatte ich ja lange nicht.

Für die 8. Runde suchte ich mir wieder für die Varianten meines Gegners ein paar Züge raus. Es war zwar diesmal nichts Aufregendes, aber sparte zumindest Bedenkzeit, und ich entwickelte mich nach meinem Gefühl ganz gut. Im Endspiel verwandelte mein Gegner dann aber einen positionellen Vorteil. Schade. Ich hatte auch keine richtige Gelegenheit, auf dem Brett für Action zu sorgen, was bei einem Spieler mit über 1900 DWZ wohl fatal für mich ist. Beim nächsten starken Gegner muss ich mir vielleicht doch eine schöne Eröffnung suchen, um taktische Komplexität forcieren zu können.

Mein Gegner morgen in der 9. Runde wird Karlheinz Hesselbarth (Baujahr 32!), der mit immer noch 1700 wohl der schwächste Gegner wird, den ich in diesem Turnier habe. Mal schauen -- ich suche noch ein bisschen Eröffnungstheorie raus, und vielleicht lässt sich ja dann was machen.

Morgen Abend poste ich übrigens noch einen Turnierrückblick (und vielleicht lassen sich meine Mitspringer auch dazu hinreißen?), also schaut nochmal ins Blog! ;-)