Queer-Springer SSV

Schachsportverein
für Schwule & Lesben

Jeden Sonntag und jeden Donnerstag um 20 Uhr: Unser Q-Team in der Lichess-Quarantäneliga

Klassenturniere 2010 - Blog

Mittwoch, 26. Mai 2010

WTF?!!

von MarcR • 01:25 • 6. Runde

So langsam bekomme ich doch erhebliche Zweifel, ob bei diesem Turnier alles mit rechten Dingen zugeht. Haben die Queerspringer meine Gegner bestochen, um nicht wieder meine depressiven Misserfolgsschilderungen ertragen zu müssen? Falls ja: danke, Jungs und Mädels, ihr habt echt ganze Arbeit geleistet!


Obwohl mein Gegner, Günter Cierpinski vom SC Kreuzberg, das spielte, was ich erwartet hatte, lag mir die Stellung, die sich aus der Eröffnung ergeben hatte, überhaupt nicht. Abgesehen davon, dass ich (mit Schwarz) strategisch den falschen Plan wählte, der langfristig in eine Sackgasse führte, war ich mit der Partie auch schlicht überfordert. Es waren immer so viele Züge möglich, ich hatte keine Ahnung was richtig und falsch war, und verballerte meine Bedenkzeit als würde ich Fernschach spielen. Ab dem 20. Zug ungefähr war ich konstant unter 2:00 Minuten.

Folgerichtig endete die Partie im Desaster. Irgendwann flog mir die Stellung um die Ohren und es brach alles zusammen.


Schwarz hat gerade 31. ..., Se5 gespielt. Was zieht nun Weiß? Für den Adventskalender wäre diese Aufgabe wahrscheinlich zu einfach. Abgsehen davon, dass Tf8 einzügig mattsetzt, kann Weiß eigentlich fast alles spielen und gewinnt.

"Cierpi" entschied sich, den Läufer zu nehmen. Als er ihn aufgenommen hatte, stellte er allerdings fest, dass er nicht den schwarzen sondern seinen eigenen Läufer in der Hand hatte. Er stutzte kurz und setzte ihn dann nach g7 (32. Lg7??). Entsetzte Gesichter bei den Kiebitzen und an den Nachbartischen, vor allem bei Michael Glienke, der in der Tabelle einen halben Punkt hinter mir stand und auf einen Aussetzer von mir gehofft hatte.
Auch Günter stand natürlich erstmal unter Schock. Nach 32. ..., Sxf7 machte er noch 3 Züge, gab dann aber auf. Aber bemerkenswert: als wir unten waren um die Partie nochmal durchzugehen, konnte er schon wieder drüber lachen (während ich mich jetzt noch schäme).

Es ist echt nicht zu fassen, wieviel Glück ich in diesem Turnier hab.

Nächste Woche ist Pause, und am nächsten Spieltag hab ich spielfrei, so dass es für mich erst am 10. Juni weitergeht. Zeit, um die letzten Partien zu verarbeiten und sich auf die letzten beiden Runden vorzubereiten. Vielleicht schaff ich es dann ja sogar mal wieder, aus eigener Kraft zu gewinnen.

BelaN, 26.05.2010 18:22

wie gemalt. Geschichten von 1000 und einem Brett. Wahnsinn. Manche bekommen solche Partien nie im Leben auf ihr Brett. Glückwunsch, Marc.